Nachrichten-Magazin 2.0

Bei einem der großen deutschen Nachrichten-Magazine zu arbeiten, das ist der Traum vieler junger Journalisten, die das Glück haben, einen der Ausbildungsplätze der deutschen Journalistenschulen ergattert zu haben. In einer Zeit, in der jeder im Internet über alles berichtet und das Niveau im Fernsehen praktisch täglich weiter absinkt, scheinen Nachrichten-Magazine Felsen in der Brandung zu sein. In unserer schnelllebigen Zeit haben sie es geschafft, sich ihren Ruf als verlässliches, seriöses Medium zu bewahren, das fundierte Hintergrundinformationen statt schneller Effekthascherei bietet. Hier, so scheint es, können Journalisten noch Journalisten sein, investigativ arbeiten, den Dingen auf den Grund gehen und die verschiedenen Seiten gegeneinander abwägen. Kaum ein anderes Medium lässt dies heute noch zu.

Verlage gehen online
Doch auch das klassische Nachrichten-Magazin muss mit der Zeit gehen und so sind inzwischen alle großen Blätter auch im Internet vertreten. Doch der Online-Auftritt eines solchen Magazins darf deshalb nicht weniger anspruchsvoll gestaltet werden als die Print-Ausgabe. Und so wird an den deutschen Journalistenschulen immer noch viel Wert darauf gelegt, dass die zukünftigen Journalisten das Handwerk ordentlich erlernen.

Gerade im Internet besteht ein großer Bedarf an journalistischer Sorgfalt. Dabei müssen die jungen Journalisten aber zugleich lernen, wie sie mit der neuen Informationsflut, der Vielfalt von Medien und neuen Kommunikationsmodellen umgehen. Wurden die Journalisten, die für Nachrichten-Magazine ausgebildet wurden, früher vor allem in sorgfältiger Recherche geschult, müssen sie heute nicht nur mit Content-Management-Systemen umgehen können und vielleicht sogar Videoschnitt und – bearbeitung beherrschen, sondern sich auch noch mit Social Media und Viral Marketing beschäftigen. Denn all das wird von einem zeitgemäßen Nachrichten-Magazin (wie etwa Spiegel-Online) heute erwartet. Auf einen Blick soll der User erfassen können, was in der Welt geschieht – und daran teilhaben können. Und bei alldem darf das Nachrichten-Magazin seinen hohen Anspruch nicht verlieren. Keine leichte Aufgabe für die Journalisten der Zukunft, aber keine, die sie nicht bewältigen könnten.